
Der sogenannte „Rub“ ist neben dem Fleisch die entscheidende Komponente für ein perfektes Pulled Pork. Diese Mischung sorgt für die entscheidende Würze und gibt dem Pulled Pork seinen Charakter. Bei der Herstellung ist der Phantasie und Experimentierfreude kaum eine Grenze gesetzt. Rub bedeutet übersetzt reiben, was daher kommt, dass man das Fleisch ordentlich mit der Gewürzmischung einreibt. Mit der Menge an Gewürz sollte man dabei nicht sparen. Beim BBQ wird traditionell stark gewürzt, das Pulled Pork macht dabei keine Ausnahme. Möchtest Du mehr über die Zubereitung von Pulled Pork wissen, empfehle ich unsere Schritt-für-Schritt Anleitung.
Im Folgenden findest du einige Rezepte für Rubs von klassisch bis exotisch. Es lohnt sich hier etwas zu experimentieren. Es gibt auch viele bereits fertige Gewürzmischungen von denen ich weiter ein paar getestet habe. Diese Rubs sind lecker und preiswert. Daher sollte man sich grade am Anfang fragen, ob man den Rub selber herstellen möchte, oder sich eher auf das Fleisch und Beilagen konzentriert. Wenn man hier etwas Übung hat, sollte man aber unbedingt auch mal eine Rub selber machen. Es macht Spaß und lohnt sich.
Inhalte
Herstellung und Verwendung der BBQ Rub

Wie bei den meisten Rezepten, gibt es auch bei der Rub verschiedene Ansätze und es lohnt sich das Experimentieren. Grundsätzlich gilt, dass man die Gewürze grob und nicht zu fein mahlen sollte. Schließlich müssen sie einiges an Hitze und Zeit überstehen und den Geschmack an das Fleisch abgeben. Zum Zerkleinern bietet sich ein großer Mörser an. Alle Zutaten hinein und zermahlen.
Die fertige Rub wird kräftig rundum in das Fleisch einmassiert. Diese Gewürzmischung wird oft auch Dry-Rub genannt. Diese Dry-Rub hat manchmal den Nachteil, dass sie eher schlecht am Fleisch haftet. Besser klappt es, wenn man das Fleisch vorher mit Senf einreibt oder, falls man den Senfgeschmack nicht möchte, die Gewürze mit etwas Öl mischt und dann auf dem Fleisch verteilt. Meine Erfahrung ist, dass ich auch ohne Zusatzmittel auskomme und die Gewürzmischung gut am Fleisch haftet. Insbesondere, wenn man das Fleisch vakuumiert bzw. über Nacht ruhen lässt.
Bei der zweiten Variante spricht man vom Öl-Rub. Geschmackssache. So oder so ist das einmassieren des Fleischs keine besonders saubere Sache. Die Gewürze färben stark ab und man muss sich danach gründlich die Hände waschen. Einfacher geht es, wenn man Einweghandschuhe aus Plastik verwendet. Diese sollten natürlich ohne Puder sein. Gut ist auch, wenn sie frei von Latex sind, um Allergien vorzubeugen.
Egal ob fertige Rub oder selbstgemacht, puderfreie Handschuhe sind hygienisch und verhindern gefärbte Hände.

Der Rub muss einige Stunden einziehen. Die Gewürze ziehen in dieser Zeit tief in das Fleisch ein. Dafür das Fleisch fest in Frischhaltefolie einwickeln oder, noch besser, vakuumieren und mindestens 6 Stunden in den Kühlschrank. Ein Vakuumiergrät hat den Vorteil, dass man deutlich weniger Schmiererei mit der Rub hat. Fleisch rubben in den Beutel, Luft raus, fertig. Je länger das Fleisch danach im Kühlschrank zieht desto besser. Gern auch einen ganzen Tag. Zusätzlich kann man noch mal einen Rest der Mischung kurz vor dem Grillen auf das Fleisch reiben. Das verstärkt den Geschmack.
Man kann den Rub problemlos vorbereiten bzw. auf Vorrat herstellen und aufbewahren. Einmachgläser bieten sich hierfür besonders gut an. An einem kühlen und trockenen Platz kann man die Mischung gut einige Monat lang lagern.
Ein Vakuumierer intensiviert den Geschmack und verhindert auslaufenden Fleischsaft im Kühlschrank.
Möchte man eine etwas würzigere Marinade für das spätere Moppen haben, kann man auch etwas von der Gewürzmischung übrig behalten, um sie später für die Marinade zu verwenden. Hierbei aber unbedingt die Marinade filtern, da die groben Anteile der Rub sonst die Marinadenspritze verstopfen können.
Rub Rezepte
Es existieren viele klassische Rub-Rezepte mit Namen wie Magic Dust und Pull That Piggy. Grundsätzlich kann man Rub Gewürz problemlos selbst herstellen. Wenn es aber mal schneller gehen muss, oder man sich auf andere Dinge konzentrieren möchte, gibt es auch tolle Gewürzmischungen, die man fertig kaufen kann. Dazu weiter unten mehr.
Die nachfolgenden Rezepte sind für eine mittlere Portion gedacht. Je nach Wunsch kann mann die Zutatenmengen entsprechend skalieren.
Pull that Piggy – Der für mich beste Rub
Basis Pulled Pork Dry Rub
Mit dieser Mischung macht man nie etwas falsch. Gelingt leicht und schmeckt immer. Wichtigste und manchmal etwas schwerer zu bekommende Zutat ist das Senfpulver. Je nach Geschmack kann man die Zusammensetzung variieren oder auch andere Gewürze ausprobieren.
- 80 ml Paprikapulver
- 60 ml Zucker
- 30 ml Schwarzer Pfeffer
- 30 ml Salz
- 10 ml Senfpulver*
- 10 ml Chilipulver
- 5 ml Weißer Pfeffer
- 3 ml Cayenne-Pfeffer
Magic Dust
Eine universelle Rub, die auch gut zu Hähnchen oder Spare Ribs passt. Durch das Chili und den Cayennepfeffer wird das Fleisch schön würzig und der Kreuzkümmel gibt ihm einen tieferen Geschmack.
- 120 ml Paprikapulver
- 60 ml Meersalz
- 60 ml Zucker
- 30 ml Senfpulver*
- 60 ml Chilipulver
- 60 ml Kreuzkümmel (gemahlen)
- 30 ml Schwarzer Pfeffer (gemahlen)
- 60 ml Knoblauchpulver*
- 30 ml Cayennepfeffer
Carolina Rub
- 60 ml Paprikapulver
- 30 ml Salz
- 30 ml Zucker
- 30 ml Brauner Zucker
- 30 ml Kreuzkümmel (gemahlen)
- 30 ml Chilipulver
- 30 ml Schwarzer Pfeffer (gemahlen)
- 15 ml Cayennepfeffer
Memphis Rub
- 120 ml Paprikapulver
- 60 ml Knoblauchpulver*
- 60 ml Chilipulver
- 45 ml Salz
- 30 ml Schwarzer Pfeffer (gemahlen)
- 30 ml Zwiebelpulver
*
- 30 ml Selleriesamen
- 15 ml Brauner Zucker
- 15 ml Getrockneter Oregano
- 15 ml Getrockneter Thymian
- 15 ml Kreuzkümmel (gemahlen)
- 10 ml Senfpulver*
- 10 ml Gemahlener Korriander
- 10 ml Gemahlene Pimentkörner
Knoblauch Rub
- 8 zerhackte Knoblauchzehen
- 15 ml Schwarzer Pfeffer (gemahlen)
- 15 ml Paprikapulver
- 15 ml Brauner Zucker
- 15 ml Meersalz
Die Rub selber machen oder kaufen ?
Es gibt mittlerweile sehr gute fertige Gewürzmischungen, wenn man keine Zeit oder Lust hat, die obigen Rezepte selbst herzustellen. Zudem ist Pulled Pork eh schon ein eher aufwändiges Gericht und man muss sich fragen, ob man die Zeit nicht lieber in die eine oder andere Beilage investiert. Die Preise sind zudem für die gebotene Qualität absolut ok.
Pull that Piggy
Speziell für Pulled Pork bietet sich diese Pull that Piggy Rub an. Mittlerweile vom Geheimtipp zum Klassiker aufgestiegen, sollte man diese Mischung zumindest mal probiert haben. Sehr lecker, rauchig und laut Hersteller aus natürlichen Inhaltsstoffen.
Magic Dust Mischung
Sehr empfehlenswerte Rub-Mischung. Sie hat einen ausgewogenen Geschmack mit einer feinen Schärfe. Zudem ist das Preis-Leistungsverhältnis angemessen. Magic Dust ist praktisch die Geheimwaffe unter den Rubs. Passt neben Pulled Pork zu fast allen Fleischsorten.
Memphis BBQ Mischung
Eine weitere gute Alternative. Nicht so scharf, daher auch gut für Kinder geeignet.
O.F.A Rub
Der absolute Topseller, nicht nur für Pulled Pork, ist aktuell die O.F.A Rub von Klaus grillt. Schön würzig, süß, salzig und nur leicht scharf. Damit für die ganze Familie geeignet.
Aber egal ob gekauft oder selber gemacht. Die Rub muss sein.
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Selber eine Rub kreieren
Die oben beschriebenen Rezepte sind nur eine kleine Sammlung, verglichen mit den unendlich vielen Rub-Rezepten, die auf der ganzen Welt kreiert wurden und werden. Sie sind lecker und haben sich bewährt. Allerdings sind sie nicht in Stein gemeißelt und man kann mit den Mengen und Zutaten variieren.
Wenn man schon dabei ist, kann man auch einen Schritt weitergehen und sich eine eigene Lieblingsrub zusammenstellen. Quasi als Rub des Hauses. Oder als Geschenk mit persönlicher Note für einen Grillfreund. Rubs lassen sich, wie schon gesagt, gut lagern und sind schön verpackt immer ein tolles Präsent.
Ehe man aber anfängt mit Gewürzen zu jonglieren, ist es hilfreich ein paar Grundlagen über deren Wirkung und Geschmäcker zu wissen. Klassisch unterscheidet man zwischen vier Geschmacksarten, die unser Geschmackssinn wahrnehmen kann: süß, sauer, salzig und bitter. Man spricht hierbei auch von Qualitäten. Relativ spät, 1908, kam eine weitere, fünfte Qualität dazu, das Unami. Diese wurde von dem japanischen Wissenschaftler Kikunae Ikeda vorgestellt und setzt sich aus den Begriffen für lecker/köstlich (Umai) und Geschmack (Mi) zusammen. In unserer Sprache steht es für eine besondere Herzhaftigkeit und vollmundigen Geschmack. Diese fünf Geschmacksqualitäten können in einer Rub zur Geltung kommen.
Süße Aromen
Neben Zucker gibt es auch Gewürze, die eine gewisse Süße aufweisen. Beispiele sind Zimt, Muskatnuss und Kardamom.
Salzige Aromen
Saure Aromen
Bittere Aromen
Umami Aromen
Was noch?
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