Freiluftheizungen, Heizpilze, Terrassenstrahler und Heizstrahler im Vergleich

Heizpilze und Heizstrahler mit Strom oder Gas erwärmen jede Gartenparty im Winter
Heizpilze sind nicht mehr nur der Gastronomie vorbehalten. Mittlerweile gibt es günstige Modelle für den privaten Einsatz auf Terrasse oder Balkon.

Warum nicht mal im Winter oder Herbst eine Grillparty mit Freunden veranstalten. Eigentlich kein Problem, wenn nur die Kälte nicht wäre. Ein Heizpilz bzw. Heizstrahler kann da Abhilfe schaffen und die Terrasse oder Balkon in einen molligen Lounge-Bereich verwandeln. Doch welchen Strahler soll man kaufen? Die erste Entscheidung die man treffen sollte ist die ob das Gerät mit Strom oder Gas betrieben werden soll. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, die vorab mit den eigenen Vorstellungen abgeglichen werden sollten. Bei dem einzelnen Strahler kommt es insbesondere auf die Heizleistung, Wärmeeffizienz, Verarbeitung und Sicherheit an. Die Preisspanne ist relativ breit von zweistelligen Beträgen bis an die tausend Euro für Designerstücke.

Um die Entscheidung etwas zu erleichtern, gehe ich im Folgenden auf die jeweiligen Techniken ein und stelle jeweils passende Strahler vor.

Infrarot-Terrassenstrahler mit Strom

Wie funktioniert ein Infrarotstrahler?

Heizstrahler mit Strom geben schnelle Hitze ohne Vorwärmen
Heizstrahler bieten sich an, wenn ein bestimmter Bereich gezielt erwärmt werden soll.

Infrarotstrahlen sind elektromagnetische Strahlen. Aber keine Angst, diese für uns nicht sichtbaren Strahlen übertragen Wärme ähnlich der Sonne. Der Vorteil dieser Technik ist, dass die Wärme direkt an den Körper vor dem Strahler abgegeben wird und nicht erst die Luft erhitzt wird. Dadurch geht weder Energie an die Luft verloren, noch ist das Wärmergebnis von der Stärke des Windes abhängig.

Ein weitere Vorteil der Infrarotstrahler ist, dass die Wärme direkt nach dem Einschalten da ist und keine Anwärmphase notwendig ist. Damit unterscheidet sich die Technik von herkömmlichen Heizkörpern, die eher für den Innenbereich geeignet sind.

Die Hitze entsteht durch Strom, der durch eine Röhre geleitet wird. Diese Röhre strahlt die Wärme ab, welche über einen Reflektor hinter der Röhre gebündelt und in die gewünschte Richtung abgestrahlt wird. Vor der Röhre befindet sich ein Schutzgitter, denn bei Temperaturen von an die 400 Grad ist es nicht empfehlenswert dem rotglühenden Heizstab zu nahe zu kommen.

Terrassenstrahler werden typischerweise an der Wand oder Decke angebracht. Bei den meisten Modelle kann aber auch ein Stativ verwendet werden. Neben der schnellen und direkten Hitze ist dies und auch die kompakte Bauweise ein Vorteil von Infrarotstrahlern, wodurch eine flexibler Einsatz in Haus und Garten möglich ist.

Nachteil eines Infrarotstrahlers ist der eingeschränkte Wirkungskreis. Die Wärme ist zwar direkt da, aber eben nur vor dem Strahler. Je nach Abstrahlbreite kann es bei größeren Flächen am Rand kalt werden.  Zudem können die Geräte nicht bei Regen verwendet werden, da die meisten Geräte lediglich ein Spritzwasserschutz besitzen.

Welche Strahler haben in Tests gut abgeschnitten?

Der Favorit: EOS-Werke Terra Vita II

Sowohl in Tests wie auch Kundenrezensionen ist der EOS-Werke Terra Vita II oft der Testsieger. Gelobt wird neben der Heizleistung die gute Verarbeitung und die einfache Installation. Die Nutzung eines Stativs ist problemlos möglich. Das Aluminiumgehäuse macht einen wertigen Eindruck und ist zudem vor Spritzwasser geschützt. Nachteilig ist ein fehlender Regenschutz. Zudem besitzt er keine Stufenregelung für die Temperatur.

Der Preis-/Leistungssieger: Einhell Infrarot Heizstrahler IHS 2000

Der günstige Einhell punktet neben dem günstigen Preis mit einer vierstufugen Wärmeeinstellung, ein mitgeliefertes Stativ und einem Spritzwasserschutz. Die Verarbeitung ist in Ordnung und der Standfuss mit knapp 10 Kg relativ sicher. Großer Vorteil ist der Umkippschutz, der im Falle eines Stürzens die Heizröhren sofort ausschaltet. Nachteilig ist ein relativ kleiner Abstrahlwinkel, wodurch lediglich kleinere Terrassen und Balkone abgedeckt werden. Für zwei, drei Leute reicht es aber problemlos aus.

Tipps und Tricks

Die Heizleistung eines Strahlers hängt stark vom Neigungswinkel ab. Für die meisten Geräte sind 40 bis 50 Grad ideal und ein guter Startwert mit dem experimentieren kann.
Wichtig für alle Arten von Heizstrahlern ist ein Schutz vor dem Umkippen. Andernfalls kann es zu bösen Überraschungen kommen. Glücklicherweise weisen die meisten der heutigen Modelle eine solche Funktion auf.

Gasbetriebene Heizpilze und Terassenstrahler

Wie bei den strombetriebenen Produkte wird die Wärme der Gasheizer durch Infrarotstrahlen erzeugt. Damit haben sie auch den gleichen Vorteil, dass sich nicht die Luft sondern direkt die Gegenstände im Umfeld erwärmen und ihrerseits wieder Wärme abstrahlen. Wind spielt keine Rolle. Allerdings können die Strahlen auch keine Hindernisse durchdringen.

Großer Vorteil ist die breite, typischerweise 360 Grad umfassende Abstrahlung. Heizpilze und Terrassenheizungen spielen ihre Vorteile daher am Besten aus, wenn sie mitten auf der Terrasse oder Balkon positioniert sind. Hierdurch können auch große Bereiche erwärmt werden. Gute Produkte schaffen über 30 qm. Die Größe des Reflektionsschirms ist dabei mit die entscheidende Komponente, wie weit der Wärmeradius reicht. Dieser etwas an einen Pilz erinnernde Schirm verleiht diesen Strahlern auch ihren Namen.

Im Prinzip ist ein Heizpilz nichts anderes als ein Gasbrenner. Eingesetzt werden Propan- oder Butangas, welches in handelsüblichen Flaschen in den meisten Baumärkten erhältlich sind. Im Sockel ist die Gasflasche untergebracht, oben befindet sich der Brennkopf welcher von dem Schirm umgeben ist. Verbunden wird das Ganze mit einem Schlauch. Die meisten Terrassenstrahler sind aus Metall gefertigt, um gut die entstehende Hitze überstehen. Dieses Metall ist auch mit eines der wichtigsten Qualitätskriterien. So sollte zumindest der Brenner aus Edelstahl gefertigt sein, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.

Neben dem Material ist die Technik entscheidend. Hier zählt wie effizient das Gas verbrannt wird. Das schont einerseits den Geldbeutel wie auch die Umwelt, da der CO2-Austoß eines Gasbrenners relativ hoch ist.  Die Verbrauchszahlen schwanken dabei deutlich zwischen den einzelnen Modellen und ein vermeintliches Schnäppchen im Einkauf kann sich zur Kostenfalle im Betrieb entwickeln. Günstige Strahler liegen z.B. bei unter 50 Cent in der Stunde, Produkte mit höheren Verbrauchszahlen gehen schnell in Richtung ein Euro pro Stunde. Der Verbrauch hängt allerdings auch direkt von Leistungsaufnahme ab. Daher sollte man die Zahlen immer im Vergleich bewerten und die Dimension des Strahlers von der geplanten Nutzung abhängig machen. Wenn man plant den Heizpilz sehr intensiv zu nutzen, kann man auch über den Kauf eines sogenannten Öko-Brenners nachdenken, welche den CO2-Austausch mehr als halbieren.

Ein guter Heizpilz sollte einige Ausstattungen aufweisen, die insbesondere der Sicherheit dienen. Wichtig ist ein Kippschutz. Dieser löscht automatisch die Flamme, sobald ein bestimmter Winkel überschritten ist und verringert damit sowohl die Brandgefahr und das Verletzungsrisiko.
Notwendig ist auch eine Zündsicherung, die verhindert, dass bei einem Erlöschen der Flamme weiterhin Gas ausströmt. Eine weitere wichtige Komponente ist ein Druckregler. Dieser sorgt dafür, dass immer der gleiche Gasdruck am Brenner anliegt und keine Temperaturschwankungen auftreten. Auch sollte eine automatische Piezozündung eingebaut sein, damit man nicht mit Feuerzeug oder Streichholz am Brenner hantieren muss. Um die Sicherheit insgesamt zu erhöhen, sollte man beim Kauf auf die diversen Gütesiegel wie z.B. das TÜV-Zeichen achten.

Welcher Heizpilz dominiert die Tests und Preis-/Leistungsvergleiche

Der Günstige: Enders 9376 Terrassenheizstrahler Cosystand Elegance Edelstahl Eco-Plus

Ein günstiger Vertreter der Heizpilze, aber mit einer sehr ordentlichen Ausstattung. Der Brenner besteht aus Edelstahl und wird mit vormontiertem Anschlußschlauch geliefert.  Eine Piezozündung erlaubt die Zündung auf Knopfdruck und eine Zündsicherung, ein Gasdruckregler sowie eine Kippsicherung für Sicherheit. Ein Gasdruckregler ist ebenfalls dabei. Die Brennleistung ist gut und der Verbrauch durch den Einsatz eines Öko-Brenners verhältnismäßig sparsam. Der Hersteller verspricht einen Wärmekreis von bis zu 9m im Durchmesser. Allerdings klagen Käufer gelegentlich über Montagsmodelle. Ein ausführlicher Test bei Lieferung ist daher sinnvoll. Wenn aber alles passt, ist das Gerät was Preis-/Leistung angeht kaum zu schlagen.

Profiqualität: Enders Terrassenheizer Solid Edelstahl

Wer etwas mehr Geld ausgeben kann und auf Qualität setzt, der bekommt mit diesem Brenner ein Top gerät, welches auch in der Gastronomie einsetzbar ist. Zur Ausstattung gehören ein Turbo-Brenner aus Edelstahl und einer modernen Multisparkzündung. Die Leistung kann komfortabel zwischen 4 – 14 kW stufenlos geregelt werden. Für die Sicherheit sind eine thermoelektrische Zündsicherung, Umkippsicherung und Druckminderer dabei. Der Heizpilz ist äußerst stabil und schnell aufgebaut. Als besondere Schmankerl besitzt er eine versenkbare Säule, wodurch er platzsparend verstaut werden kann, einen Ablagetisch und eine abschließbare Tür für die Gasflasche.
Ich hoffe mit der Auswahl ein kleine Hilfe für den Kauf geben zu können.

Es muss nicht immer Pilz sein: Activa Pyramide Edelstahl Cheops

Die Pilzform ist zwar praktisch, aber nicht unbedingt das schönste vorstellbare Design.  Als schöne Alternative bieten sich Brenner in Pyramidenform an, wie dieser vom Hersteller Activa. Das Gerät besteht aus Edelstahl und hat eine gute Heizleistung. Ausstattungen wie eine Piezozündung sind ebenfalls vorhanden. Die Sicherheit ist durch ein DVGW Siegel zertifiziert.

Tipps zur Aufstellung

Gasbrenner sollten nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden. Einerseits sind die enormen Temperaturen gefährlich und es kann schnell ein Brand entstehen, zudem sollte der Sauerstoffverbrauch nicht unterschätzt werden, wodurch bei fehlender Frischluftzufuhr sogar Lebensgefahr bestehen kann. Er sollte auf einem festen, ebenen Untergrund stehen. Die ideale Position ist in der Mitte des Platzes. Hier kann er in alle Richtungen seine Wärme abgeben.

Weitere Informationen wie man einen Heizpilz richtig anschließt, findet man auch im folgenden Video: